Ein Wachrüttler
Ein Wachrüttler
2. Liga 3. Runde
St. Pölten vs Vienna 2:1 (0:1),
NV Arena
Tor: Ungar
1981 ZuschauerInnen
15. August 2025
Eine Doppelveranstaltung erwartete die Fans des SKN und die Fans der Vienna an diesem Freitag in der NV Arena. Sowohl das Herrenmatch, als auch das Frauenspiel gingen verloren. Besonders bitter: Der 2:1-Siegtreffer in der 96. Minute bei den Herren.
Die Vienna traf auf den Tabellenführer und es wurde das erwartet schwere Spiel. Im Vorfeld wurde viel geschrieben, viel spekuliert. Doch die Wahrheit sollte sich am Platz zeigen: Eines der beiden Teams sollte zum ersten Mal in der Saison 25/26 nicht gewinnen.
Der SKN startete besser in die Partie, die Vienna konnte dem disziplinierten Spiel der Niederösterreicher wenig entgegensetzen. Erst ein Energieanfall von Luxbacher in der 23. Minute hauchte etwas Leben ins Döblinger Offensivspiel ein. Luxbachers Hereingabe wurde geklärt, der zweite Ball landete bei David Ungar. Dieser erzielte mit einem platzierten Schuss aus 16 Metern sein erstes Tor für die Vienna, die fortan die bessere Mannschaft war. Djuricin scheiterte an der Stange. Umso erstaunlicher, dass man versuchte, den Vorsprung bloß zu verwalten. So erweckte man den SKN wieder zum Leben, der nur zehn Minuten nach der Taktikumstellung zur Halbzeit zum verdienten Ausgleich kam. Die Vienna war dann wieder bemühter, Djuricin scheiterte erneut an der Stange. Der nächste vermeintliche Coaching-Fehler: Djuricin wurde unmittelbar danach ausgewechselt. Die Idee war nachvollziehbar, da Edelhofer und Schmidt ein gutes Duo bilden und gleichzeitig gebracht wurden. Allerdings tötete dieser Wechsel jedes Leben in der Offensive der Vienna. Der Siegtreffer für St. Pölten in der 96.Minute war dann die Krönung und gar nicht so unverdient. Auch das sture Herausspielen über einen Innenverteidiger zu Unger führte beinahe schon früher zum Rückstand. Der SKN überriss die Masche natürlich recht bald, Reaktionen von der Trainerbank blieben aus. Wie schon gegen Salzburg rettete Unger bravourös. Ein Spiel, welches auf taktischer Ebene ungeschickt angegangen wurde: Bereits in den ersten zwei Saisonspielen funktionierte diese völlige Passivität mit Fokus auf ein (noch) nicht funktionierendes Konterspiel, um einen Vorsprung zu verwalten, nur semi-gut. Alles über den Haufen zu werfen, wäre nach der ersten Niederlage im vierten Saisonspiel aber natürlich völlig überzogen. Viel mehr war das Spiel ein Wachrüttler, eine Chance die neue Spielidee anzupassen und zu perfektionieren. Dass Mehmet Sütcü durch taktische Anpassungen Erfolge erzielen kann, hat er bereits mehrmals bewiesen. Nun ist er einmal mehr gefordert.
Die Vienna setzte auf dieselbe Aufstellung wie gegen Austria Salzburg und agierte erneut im 4-2-2-2 bzw. im 4-2-3-1. Vor Unger, der bei beiden Gegentoren machtlos war, agierten Rosenberger, Szerencsi, Bauer und Nnamdi. Positiv stach nur Bauer heraus, der sich inzwischen zu einem echten Leader am Platz entwickelt hat. David Ungar belohnte sich endlich mit seinem ersten Tor, Luxbacher assistierte. Das restliche Mittelfeld, Stratznig und Abdijanovic, blieb eher farblos, genauso wie Zimmermann. Djuricin hatte mit zwei Stangentreffern erneut Pech. Die eingewechselten Joker Edelhofer und Schmidt fanden gar nicht ins Spiel, Okungbowa brachte dafür etwas defensive Stabilität. Seo hatte kaum einen Ballkontakt.
Eine nicht unverdiente Niederlage, aus der aber viele Lehren gezogen werden können. Vor allem im taktischen Bereich ist nun jedem klar, dass ein Konterspiel nach Führung (noch) nicht funktioniert. Aktiveres Verteidigen nach Führungen ist angesagt. Am nächsten Freitag geht es auf der Hohen Warte gegen Liefering weiter.
Skandalös
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